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Hennes lacht

Hennes lacht

Fotos: Stadtarchiv Mönchengladbach

Das Lied vom Schwemm-Hennes
Karnevalshit der kommenden Session?  

Schwemm-Hennes oder auch Schwimm-Hännes war ein Mönchengladbacher Original, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine stadtbekannte Persönlichkeit war. Mit bürgerlichem Namen hieß Schwemm-Hennes Johann Monßen (Monssen) und war am 10. Oktober 1871 in Hinsbeck geboren.
Seinen legendären Ruf als Trockenschwimmer verdankt er folgender Begebenheit:
An einem kalten Wintertag sah Johann Monßen, dass ein kleines Kind auf dem fast zugefrorenen Geroweiher am Fuße des Abteiberges in Mönchengladbach eingebrochen war. Das Kind drohte zu ertrinken und schrie um Hilfe. Obwohl Johann Monßen nicht richtig schwimmen konnte sprang er mutig in den Weiher und rettete das Kind. Diese Nachricht verbreitete sich in Windeseile in Mönchengladbach und im benachbarten Rheydt. Dank und Anerkennung konnte der Held aber zunächst nicht entgegennehmen. Bei der Rettungstat im eisigen Wasser zog er sich eine schlimme Lungenentzündung zu. In seinen Fieberphantasien im Krankenhaus soll er gerufen haben: „Ich will jetz schwemme liere“. Durch seine lange Krankheit verlor Hennes seine Arbeit und wurde zum Stammgast in den Gaststätten und Kneipen von Gladbach, Rheydt und Neuwerk. Immer wieder musste er dort seine Geschichte erzählen und illustrierte dies durch die typischen Bewegungen eines Trockenschwimmers. Einige Groschen oder Bierchen waren der Lohn der Bemühungen. Ein ganz besonderes Kunststück hatte sich Schwemm-Hennes als Höhepunkt seiner Vorstellung ausgedacht:
Mit einem Spazierstock im Mund und einem Hut auf dem Kopf „schwamm“ Hennes in Bauchlage unter einem Stuhl durch.
Aber Schwemm-Hennes war auch geschäftstüchtig. So ließ er eine Postkarte drucken, die ihn als „Trocken-Schwimm-Künstler“ in Aktion zeigt. Für 5 Pfennig verkaufte er diese Karte in Gaststätten und auf Jahrmärkten.
Mit fast 80 Jahren starb Hennes am 7. Juli 1951 in Mönchengladbach
Quelle: (Rheinische Post Mönchengladbach vom 14.01.2006).

Die Erinnerung an Schwemm-Hennes lebt aber weiter. So heißt es in einem alten Rheydter Lied: „Mit Schwemmhännes fang ich an, das war ein berühmter Mann, schwamm durch Tisch und Stühle“. Und auch heute noch loben Eltern ihre Kinder für die ersten Schwimmversuche mit den Worten: „Du bess mich eene richtijge Schwemm-Hennes“. Die besondere Verbundenheit der Mönchengladbacher mit „ihrem“ Original wurde noch im Jahre 2005 deutlich.

In einem Ideenwettbewerb für die Namensgebung des neu errichteten Zentralschwimmbades erreichte der Vorschlag „Schwemm-Hennes-Bad“ hinter „Vitus-Bad“ einen sehr beachtlichen zweiten Platz. Bekannte Mönchengladbacher Bürger wollen Schwemm-Hennes vor dem Bad demnächst ein Denkmal errichten.

Dr. Michael Schmitz, städtischer Beigeordneter für Recht und Soziales und überzeugter Angehöriger des rheinischen Winterbrauchtums , der seine karnevalistischen Wurzeln in Aachen hat, ließ sich vom Aachener Original „Lennet Kann“ inspirieren und textete nun das „Lied vom Schwemm-Hennes“.